Technische Grundvoraussetzungen für Performance Online Marketing | CDN – Content Delivery Network

Vorwort zu dieser Blogserie: Technische Voraussetzung für erfolgreiches Performance Marketing

Die solide technische Serverbasis ist die Grundlage für sämtliche nachfolgenden Performance und Online Marketing Maßnahmen. So bestimmt beispielsweise die Ladezeit der Webseite oder des Online Shops mittelbar den CPC für die Bing oder die Google Kampagnen. Falsche oder nicht korrekt gelegte 301-Weiterleitungsketten können das SEO-Ranking der wichtigen Keyworte in den Suchmaschinen-Indizes negativ beeinflussen oder Fortschritte der Rankings für die Zukunft verhindern. Das kann im Zweifel dazu führen, dass der zuständige SEO-Fachbereich falsche Schlussfolgerungen für die verloren gegangenen Rankings ableitet oder nur sehr lästig neue Rankingplätze gewinnen kann. Insbesondere legen die Blogbeiträge großen Wert auf einfache Umsetzungen, welche schrittweise erläutert werden.

Somit können und sollten zumindest die wichtigsten technischen Maßnamen in die Wege geleitet werden, um unnötige spätere Folgekosten zu vermeiden. Weiterhin hat der Fachbereich somit effektiver die Möglichkeit, seine Fachkompetenz im Hinblick auf die Performance Optimierung in die Tat umzusetzen. Nachfolgend wird eine wesentliche Umsetzung im Detail erläutert.

Beitrag 1: CDN (Content Delivery Network) im Online Performance Marketing

Dieser Blogbeitrag aus der Serie „Technische Voraussetzung für erfolgreiches performance Marketing“ beschreibt Schritt für Schritt die solide Herangehensweise zur Verbesserung der Serverladezeit mit Hilfe eines CDN. In diesem Beitrag werden die Beispiele auf Basis des weltweit größten CDN Cloudflareimplementiert.

Definition und Vorteile sowie Effekte des CDN

Ein Content Delivery Network stellt ein weltweit vermaschtes Netzwerk mit verteilten Webcaches dar. Diese verteilten Systeme ermöglichen es den Betreibern von Webseiten und Webshops, Webinhalte an verschiedenen Standorten zwischen zu speichern. Diese Vorteile kommen vor allem dann zum Tragen, wenn der Kunde bzw. der Nutzer der Webseite nicht unmittelbar in der Nähe des Serverstandortes sitzt. Das nachfolgende Beispiel soll dieses Szenario verdeutlichen.

Wir gehen in diesem Beispiel davon aus, dass unser Webserver am Standort Berlin physisch implementiert ist. Der Shop hat eine multinationale Ausrichtung und wurde in mehreren Sprachen implementiert. Nun möchte ein Interessent gerne in dem genannten Shop mit dem Standort Berlin einkaufen. Der Käufer sitzt mit seinem Notebook aktuell in Zürich in der Schweiz. Jedes einzelne Netzwerkpaket muss über mehrere Knotenpunkte bis Berlin und zurück geroutet werden. Und das gleich hunderte Male für alle Ressourcen, die vom Webserver geladen werden müssen. Jedes Bild, jede CSS Datei sowie jeder Font müssen von dem Server mit dem Standort Berlin über hunderte Kilometer und ebenso viele Knotenpunkte nach Zürich überführt werden. Hier greift das CDN. Denn das Content Delivery Network ermöglicht es,  alle statischen Inhalte einer Webseite – welche die Masse der Daten ausmachen, die in einem Shop dargestellt werden – in einem örtlich näher gelegenen Standort zwischen zu lagern. In diesem Beispiel würden die Bilder des Shops auf dem Zwischenspeicher des CDN von Cloudflare direkt in Zürich zwischengespeichert. So muss der Server lediglich die verbliebenen dynamischen Daten an den Nutzer ausliefern. Hierbei kann die Serverlast um bis zu 95 % reduziert werden. Gleichermaßen wird die Ladezeit für den potentiellen Kaufinteressenten aus Zürich minimiert. Der Effekt der reduzierten Serverlast tritt im Übrigen auch dann in Kraft, wenn der Nutzer aus der Nähe des Serverstandortes die Webseite aufruft. Somit ist die Reduktion der Serverlast ein weiterer nennenswerter Vorteil des CDN.

Implementierung des CDN

Die Installation eines CDN wie Cloudflare ist erdenklich einfach. In wenigen Schritten ist das CDN installiert und grundlegend konfiguriert. Für die ersten Implementierungen sind hierbei keine wesentlichen technischen Serverkenntnisse notwenig.

Schritt 1: Domain im Cloudflare Account anlegen

Im ersten Schritt wird lediglich die Domain im Account von Cloudflare konfiguriert.

Domain im Cloudflare Account anlegen

Schritt 2: Primary und Secondary DNS umstellen

Im zweiten Schritt werden beim aktuellen Provider der primäre und der sekundäre Namesserver auf den des Cloudflare Accounts eingestellt. Die neuen DNS Einträge werden von Cloudflare direkt nach Abschluss von Schritt 1 angezeigt. Nach wenigen Stunden ist die Domain nun im Cloudflare Account live. Damit die Domain auch korrekt auf dem aktuellen Server aufgelöst wird, sollte direkt Schritt 3 umgesetzt werden.

Schritt 3: Konfiguration DNS

Die wichtigsten Einstellungen sind nun im Bereich DNS im Cloudflare Backend zu treffen. Und zwar sind die Services „Webserver“ und „Mailserver“ auf die korrekte IP des Web- und Mailservers einzustellen. Hierzu wird im Bereich „DNS“ jeweils mindestens ein MX-Record für den Mailserver und zwei A-Records für den Webserver auf die Ziel IP-Adresse des Webservers konfiguriert. In der Regel greifen diese Einstellungen nach wenigen Minuten. So treffen die E-mails am korrekten E-Mail Server ein und die Domain wird über die Browser-URL korrekt auf dem Webserver aufgelöst.

Cloudflare MX & A Records im DNS konfigurieren

Schritt 4: Redirect von http zu https nativ über den CDN

Der CND hat die Möglichkeit, die Weiterleitungen von http zu https direkt vor dem Erreichen des Webservers auszuführen. Hierdurch erspart sich der Server das Routing, womit erneut die Anfragezeit an den Server verringert werden kann. Weiterhin wird sichergestellt, dass alle URLs über https verschlüsselt ausgeführt werden. Für diese Einstellung ist unter dem Menüpunkt „Crypto“ die Konfiguration für https zu aktivieren.

Cloudflare Aktivierung von nativer http zu https Weiterleitung

Schritt 5: Aktivierung der wesentlichen Cache Rules

Um sicher zu gehen, dass die wesentlichen und korrekten Daten von den CDN Systemen zwischengespeichert werden, sind die zu speichernden Ressourcen über Wildcards festzulegen. In den nachfolgenden Screenshots ist die wesentliche Grundkonfiguration basierend auf dem System WordPress hinterlegt. Hierbei werden alle Inhalte aus den Medienordnern von WordPress auf dem CDN gespeichert.

Cloudflare Konfiguration von Page Rules für korrektes Cache-Verhalten
Cloudflare Konfiguration für WordPress

Nun können die Einstellungen über „Save and Deploy“ gespeichert und veröffentlicht werden.

Schritt 6: Betrachtung der Erfolge über die Cloudflare Statistik

Nach wenigen Stunden und etwas Traffic auf der Webseite, können die Erfolge bereits über das Backend von Cloudflare eingesehen werden. Der dunkelblau eingefärbte Bereich im Graph unten stellt die Ressourcen dar, die eigentlich von dem origin Server hätten ausgeliefert werden müssen. So ist zu erkennen, dass die Anfragen der Nutzer an den Server bereits nach wenigen Stunden zu rund 90 % vom CDN bedient werden können.

Kürzere Ladezeit –> Niedrigere CPCs

Kürzere Ladezeit –> Bessere Conversions

Performance gut alles gut!

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